Ein
Medikationsratgeber für FOP-Erkrankte
Frederick
S. Kaplan, M.D. und Michael A. Zasloff, M.D., Ph.D.
Der
Zweck dieses Berichtes ist: 1.) einen kurzen Überblick
über die Hauptgruppen von Medikamenten zu geben,
die bei der Behandlung von FOP-Patienten benutzt wuden
und 2.) Hinweise für die Indikation und Kontra-Indikation
bei der Benutzung dieser Medikamente zu liefern.
Die
Behandlung von FOP kann insgesamt in zwei Kategorien eingeteilt
werden: 1) symptombekämpfende und 2) krankheitsverändernde
Therapien. Zur Zeit gibt es kein generell krankheitsveränderndes
Medikament für FOP-Patienten, außer vielleicht
Accutane. Es gibt jedoch unzählige Medikamente, die
während eines akuten Krankheitsschubs Erleichterung
verschaffen können.
Wir
betonen, daß dieser Bericht die Meinungen und Erfahrungen
der Autoren mit den verschiedenen Klassen von symptombekämpfenden
Medikamenten wiedergibt und ist lediglich als Ratgeber
auf diesem kontroversen Feld der Therapeutika gedacht.
Obwohl es gemeinsame physische Merkmale gibt, die auf
jeden FOP-Patienten zutreffen, gibt es individuelle Unterschiede,
die möglicherweise das Potential von Nutzen und Risiko
jeglicher hier besprochener Medikamente verändern.
Die Entscheidung, ein spezielles Medikament zu benutzen
oder es sich zu versagen, muß letztlich dem einzelnen
Patienten und seinem Arzt vorbehalten bleiben.
Der
goldene Standard für alle Medikamentenforschung ist
eine Untersuchung mit zwei Zufallsgruppen mit Placebo-Kontrolle.
Solch eine Untersuchung wäre in der FOP-Gemeinschaft
extrem schwer durchzuführen, wenn man bedenkt, wie
wenige Patienten es mit dieser Krankheit gibt. Dennoch
gibt es eine Fülle von Informationen über den
natürlichen Hergang von FOP und therapeutische Studien
mit Hilfe von Krankengeschichten waren und werden weiterhin
wertvoll bei der Beurteilung von potentiellem Nutzen und
Risiko der verschiedenen therapeutischen Ansätze
sein.
Ein
anderer großer Faktor, der die Erforschung einer
effektiven Therapie für FOP beeinträchtigt hat,
war das Fehlen eines geeigneten Tierversuchs für
diese Krankheit. Obwohl eine Gewebeverknöcherung
bei einem Tier mittels Injektion oder chirurgischen Einpflanzung
von knochenmorphogenetischen Proteinen herbeigeführt
werden kann, gibt es keine transgenetischen Tierversuche
für Gewebeverknöcherung. Unsere Gruppe arbeitet
mit Wissenschaftlern des Institutes für Molekularpathologie
in Wien, Österreich, zusammen, um einen Tierversuch
zu entwickeln, der nutzbringend sein könnte, um Medikamente
für Krankheiten wie FOP zu testen.
Letztendlich
wird wahrscheinlich die beharrliche Suche nach dem FOP-verursachenden
Gen wertvolle Erkenntnisse für potentiell nützliche
Medikationen liefern. Wir erwarten alle den Tag, an dem
effektive Medikamente zur Verfügung stehen, die das
Fortschreiten von FOP aufhalten und rückgängig
machen.
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