Entstehung
von FOP
Wie
bekommt man FOP?
Die
Anweisung, wie ein neuer Mensch gemacht wird, wird durch
die genetischen Erbinformationen (DNA) von beiden, Vater
und Mutter, bestimmt. Nach der Geburt werden Wachstum
und Entwicklung während der Kindheit und bis zum
Erwachsensein weiterhin durch diese genetischen Erbinformationen
bestimmt. Im Fall eines Kindes, das an FOP erkrankt ist,
lesen die Zellen die genetischen Erbinformationen und
stoßen auf eine Anweisung - eine, die eine Änderung
darstellt, oder eine Mutation der normalen genetischen
Anweisung -, die den Körper anweist, einen Knochen
dort zu bilden, wo er nicht sein sollte. Das ist das Anfangsstadium
von FOP. Wenn Wissenschaftler genau wüßten,
welche genetische Anweisung dem Körper signalisiert,
einen Extraknochen zu bilden, dann wären sie in der
Lage, dieses Wachstum zu verhindern. Wissenschaftler schätzen,
daß es 50.000 bis 100.000 einzelne Erbinformationen
oder Gene in jeder unserer Zellen gibt. Zur Zeit wissen
Forscher nicht, welches Gen oder Gene (funktionale Bereiche
der DNA in Chromosomen) bei FOP beteiligt sind. Ebenfalls
wissen sie nicht, was die "genetische Mutation" verursacht
und die Entwicklung von FOP während verschiedener
Lebensabschnitte kontrolliert.
Welche
Beziehung besteht zwischen der angeborenen Zehenverformung
und den Extraknochen, die später in der Kindheit
auftauchen?
Wenn
sich das Skelett im Embryo bildet, weist ein genetisches
Signal dem Körper an, wo und in welcher Größe
und Form ein Knochen zu bilden ist. Bei FOP verändert
eine Genmutation diese Anweisungen und führt zur
Verformung der großen Zehen, was oft bei der Geburt
bemerkt wird. Später, nach der Geburt, bringt ein
genetisches Signal den Körper dazu, Extraknochen
zu einer falschen Zeit und am falschen Ort zu bilden.
Die Mutation eines einzelnen Gens ist vermutlich verantwortlich
für alle Skelettverformungen bei FOP. Das Ziel der
Forschung ist, das Gen zu finden und seine Wirkung zu
stoppen.
Kann
FOP verhindert werden?
Zur
Zeit gibt es keine Vorbeugungsmaßnahmen für
FOP. Die unbekannte genetische Mutation, die zu FOP führt,
geschieht spontan entweder in der Ei- oder Spermazelle
vor, während oder gerade nach der Befruchtung im
sehr frühen Embryostadium. Gegenwärtig gibt
es keine Möglichkeit, diese frühe Verwandlung
zu entdecken und keine bekannte Ursache für deren
Erscheinung. Die meisten Veränderungen in der DNA
passieren spontan ohne jeglichen bekannten Grund und haben
keine offensichtlichen Auswirkungen. Einige sind gutartig,
während andere zur Entwicklung von Erkrankungen wie
FOP führen.
Wenn
ein Kind FOP hat, wie groß ist die Möglichkeit,
daß ein zweites Kind es ebenfalls bekommt?
FOP
ist ein autosomal dominanter Zustand. Das bedeutet, daß
eine Person, die das Gen für FOP besitzt, an FOP
erkranken wird. In den meisten Fällen ist FOP eine
Neubildung oder ein Unfall der Natur. Die Wahrscheinlichkeit,
daß Geschwister oder andere Familienmitglieder,
die nicht FOP haben, ein FOP-krankes Kind haben werden,
ist nicht größer als bei jeder anderen Person
in der Bevölkerung; das ist eine Wahrscheinlichkeit
von 1 zu 2 Millionen. Eltern, die nicht FOP haben, können
davon ausgehen, daß die Wahrscheinlichkeit eines
zweiten Kindes mit FOP sehr gering ist. Personen, die
an FOP erkrankte Geschwister haben, können davon
ausgehen, daß das nicht heißt, daß ihre
eigenen Kinder an FOP erkranken müssen.
Jedoch
haben Forscher eine Familie kennengelernt, in der völlig
gesunde Eltern zwei erkrankte Kinder bekamen. In dieser
Familie hat wahrscheinlich zumindest ein Elternteil mehrere
befallene Ei- oder Spermienzellen neben seiner oder ihrer
normalen genetischen Veranlagung. In diesen Familien liegt
die Möglichkeit, ein zweites Kind mit FOP zu bekommen,
bei 3 %.
Ein
FOP-Patient gibt seine Krankheit mit 50 %iger Wahrscheinlichkeit
an sein Kind weiter. Gegenwärtig existiert kein genetischer
Test für FOP. Wenn man Bedenken wegen der Vererbung
hat, könnte eine genetische Beratung hilfreich sein.
Können
FOP-Patienten Kinder zeugen und bekommen?
Obwohl
es für an FOP-erkrankten Frauen möglich ist,
Kinder zu gebären, ist es lebensbedrohend. Die Extraknochen
in der Brust, im Bauch und Becken begrenzen stark die
Fähigkeit des Körpers der Mutter, sich dem Wachstum
des Babys in der Gebärmutter anzupassen. Das ist
nicht nur für das Baby schädlich, sondern besonders
für die Mutter, deren lebenswichtige Organe bereits
durch Extraknochen überwuchert sind. Aus diesem Grunde
haben sehr wenige FOP- Patienten Kinder. Unglücklicherweise
resultiert daraus der irrtümliche Eindruck, daß
FOP-Patienten unfähig wären, Kinder zu zeugen
oder zu bekommen.
Wegen
der genetischen Beschaffenheit von FOP ist die Wahrscheinlichkeit
50%, daß die Kinder von betroffenen Personen (männlich
oder weiblich) diese Krankheit entwickeln werden. Es gibt
detailliert dokumentierte Fälle, bei denen FOP von
den Eltern an die Kinder weitergegeben wurde; eine Tatsache,
die weitere Bedenken diesbezüglich aufwirft.
Neben
der biologischen Fähigkeit, Kinder zu bekommen, werden
die meisten FOP- Patienten Schwierigkeiten haben, als
Ergebnis Ihrer eigenen körperlichen Behinderung,
die physischen Bedürfnisse eines Kindes zu bewältigen.
Nach Abwägung all dieser Risiken wird eine familiengenetische
Beratung dringend empfohlen, wenn FOP-Patienten dennoch
Kinder haben wollen.