Empfindungen
mit FOP
Was
soll ich meinen Freunden und meiner Familie sagen, wenn
sie mich über FOP befragen?
Sie
sollten ehrlich sein und Freunde, Bekannte und Verwandte
über FOP unterrichten. FOP ist ein schmerzhafter
Zustand, bei dem der Körper Extraknochen bildet,
die die Gelenke blockieren und damit die Beweglichkeit
einschränken. Dieser Zustand kann sich schon durch
kleinere Verletzungen verschlimmern, die für jemanden
ohne FOP kein Problem darstellen würden. Ihre Freunde
und Familie haben wahrscheinlich nie von FOP gehört.
Vielleicht möchten sie etwas darüber erfahren.
Damit werden sie eine wichtige Rolle für deren Aufklärung
über diesen Zustand spielen und möglicherweise
möchten Sie ihnen eine Kopie dieses Buches geben.
Ein
Mädchen (5 Jahre), das FOP hat, begegnete einem kleinen
Jungen, der sagte: "Diese Beulen auf deinem Rücken
sind unnatürlich." Sie antwortete sachlich: "Die
sind nicht unnatürlich, sie sind aus Knochen." Eine
direkte Tatsacheninformation ist lehrreich, entwaffnend
und konstruktiv. Hoffentlich werden Ihre Familie und Freunde
mit der Zeit nicht nur die Krankheit sehen und erkennen,
daß FOP nur ein Teil dessen ist, was Ihr Kind ausmacht.
Was
muß der Lehrer meines Kindes über FOP wissen?
Der
Lehrer Ihres Kindes sollte unbedingt über die Krankheit
Bescheid wissen. Er sollte sich über die Risiken
bewußt sein, die mit Stürzen und Traumata einhergehen,
so daß diese vermieden werden können. Stellen
Sie sicher, daß der Lehrer ebenfalls erkennt, daß
Ihr Kind unter Umständen nicht in der Lage ist, ihren/seinen
Arm zu heben, um Aufmerksamkeit zu erregen und statt dessen
einen Bleistift oder Fähnchen benutzen darf. Mit
anderen Worten: machen Sie dem Lehrer klar, daß
ihrem Kind physikalische Grenzen gesetzt sind und es spezielle
Bedürfnisse hat. Dies wird dazu beitragen, viele
Frustrationen zu lindern. Neben diesen praktischen Dingen
hat der Lehrer vielleicht Fragen über FOP, da es
unwahrscheinlich ist, daß sie/er schon einmal jemand
anderes mit dieser Krankheit gesehen hat. Es kann hilfreich
sein, ein privates Treffen mit dem Lehrer zu vereinbaren,
um generelle Fragen in Zusammenhang mit FOP zu klären.
Wie
wird mein Kind mit FOP fertig werden? Wie wird meine Familie
reagieren?
Es
ist vielleicht überraschend, aber Kinder mit FOP
kommen generell besser und effektiver mit FOP zurecht
als ihre Eltern. Obwohl die physischen Erscheinungen von
FOP für Kinder und ihre Eltern niederschmetternd
sein können, finden Kinder im allgemeinen Wege, mit
der wachsenden Unbeweglichkeit zurechtzukommen. Auch wenn
es für die Eltern schwer ist, Zeuge des fortschreitenden
Beweglichkeitsverlustes zu sein, erscheint ein positives
und konstruktives Herangehen an das Problem am besten
für alle zu sein. Die meisten Erwachsenen mit FOP
sprechen über die fortschreitenden physischen Herausforderungen,
die krankheitsbedingt sind. Viele betroffene Erwachsene
erinnern sich gerne an die Tage der Kindheit, als sie
sich noch leicht bewegen konnten. Sie schätzen es,
daß ihre Eltern es ihnen so weit wie möglich
ermöglicht haben, eine normale Kindheit zu erleben,
ohne strenge Auflagen von Bewegungsverboten. Viele Erwachsene
mit FOP sprechen über eine derartig konstruktive
Familieneinstellung als eine Hilfe, Gefühle der Feindseligkeit
und Frustration zu vermindern, die natürlicherweise
durch die physischen Einschränkungen aufkommen, die
mit der fortschreitenden Krankheit einhergehen.
Anekdotenhaft
wurde bemerkt, daß Kinder, die bereits in ihrer
frühen Kindheit schwer betroffen wurden, psychologisch
leichter mit den physischen Einschränkungen fertig
geworden sind als diejenigen, die eine relativ uneingeschränkte
Kindheit hatten und bei denen sich die Symptome von FOP
später, während des Erwachsenwerdens entwickelten.
Es
entsteht immer zusätzlicher Streß in den Familien,
wenn ein Mitglied behindert ist. Es ist sehr wichtig,
Geschwistern zu erlauben, über ihre Gefühle
bezüglich behinderter Familienmitglieder zu sprechen
und ihre negativen Empfindungen auszudrücken. Gespräche
mit einem ausgebildeten Berater können hilfreich
sein. Für Eltern ist es hart, gegenüber Situationen,
die sie betreffen, objektiv zu sein, besonders wenn Bedürfnisse
einzelner Familienmitglieder im Konflikt zueinander stehen.
Professionelle Führung, Familienberatung und Beratungen
mit anderen Mitgliedern der FOP-Gemeinde sind zusätzlich
mögliche Hilfen.
Können
Menschen mit FOP unabhängig leben?
Wegen
der fortschreitenden Natur von FOP ist es unwahrscheinlich,
daß die Erkrankten in der Lage sein werden, so für
sich selbst zu sorgen, daß sie allein leben können.
Die meisten FOP-Patienten leben mit ihren Familien und
verlassen sich in unterschiedlicher Ausprägung auf
die Unterstützung anderer. Andere beschäftigen
persönliche Krankenpfleger, die sich in separaten
Häusern um ihre Bedürfnisse kümmern und
damit sich und ihren Familien Bewegungsfreiheit und Unabhängigkeit
schaffen. Einige FOP-Patienten leben in Pflegeheimen oder
in Häusern mit betreutem Wohnen.
Wann
wird es Antworten geben?
Genauso
wie FOP zu physischen Einschränkungen für die
Erkrankten führt, führt die Natur dieser Krankheit
zu Einschränkungen der Forscher, die versuchen, die
Ursache zu verstehen und eine effektive Behandlung zu
entwickeln. Die Unfähigkeit, Gewebeproben zu erlangen
(da es ja wichtig ist, unnötige Operationen zu vermeiden),
das derzeitige Fehlen geeigneter Tiervergleiche (was wertvoll
wäre, das Fortschreiten der Krankheit zu studieren
und um Medikamente und andere Therapien zu testen) und
das Fehlen von umfassenden Familien (die für genetische
Analysen gebraucht werden, um die Vererblichkeit der Krankheit
über mehrere Generationen zu verfolgen), haben lange
Zeit die Erforschung von FOP behindert. Ärzte arbeiten
beständig daran, diese gewaltigen Hindernisse zu
umgehen, um bessere Antworten für FOP-Patienten zu
finden. Im Mittelpunkt der Forschung steht die Identifizierung
der Ursache und Schaffung effektiver Behandlungsmöglichkeiten
und Vorbeugung.