Ratgeber
für Notfallsituationen bei FOP-Patienten
Kurze
Definition von FOP: Fibrodysplasia Ossificans Progressiva
(FOP) ist eine seltene Krankheit, bei der Knochen an unvorhergesehenen
Stellen gebildet werden, was letztlich zur Steifheit und
dauerhafter Unbeweglichkeit führt. Das Wachstum dieser
Extraknochen kann ohne Vorwarnung ausgelöst werden,
oder das Resultat einer äußeren Einwirkung
sein, die so gering wie ein Stoß oder Sturz sein
kann. Mißbildung der großen Zehen werden als
erstes bei der Geburt bemerkt. Diese Extraknochenbildung
beginnt üblicherweise in der ersten Lebensdekade
und schreitet episodisch nach charakteristischen anatomischen
Mustern fort.
Vorsichtsmaßregeln
für den Notfall:
Ein Notfall beinhaltet ein Problem, das sofortige Behandlung
erfordert. Personen mit FOP können Notfälle
erleiden wie jeder andere auch. Aber immer daran denken:
Keine intramuskulösen Spritzen! Injektionen unter
die Haut (subcutan), Blutteste und IV's (intravenös)
sind erlaubt. FOP-Patienten sollen Operationen, um Extraknochen
zu entfernen, vermeiden, jedoch Eingriffe aus anderen
Gründen können notwendig und sogar lebensrettend
sein. FOP-Patienten können Zahnschmerzen, Abszesse,
Blinddarmentzündungen, Gallenblasenentzündungen,
Herzinfarkte, Blutgerinnsel, Frakturen, Infektionen und
Kopfverletzungen bekommen - Fälle, die eine sofortige
Behandlung und gelegentlich auch Operationen notwendig
machen, um ernstere und potentiell lebensbedrohende Komplikationen
zu vermeiden. Es ist wichtig, eine ärztliche Betreuung
aufzusuchen und sicherzustellen, daß solche Fälle
sorgfältig beurteilt und behandelt werden.
Eine
gute Richtlinie ist, wenn der Arzt vor Ort oder das Notfall-Team
das Problem so beurteilt, als ob man kein FOP hätte.
Die meisten Notfälle bei FOP-Patienten beziehen sich
nicht auf FOP, sondern auf gewöhnliche Probleme,
die jeder haben könnte. Nachdem das Problem sorgfältig
beurteilt wurde, bitten Sie den Arzt, wenn möglich,
einen der folgenden Ärzte für weitere Ratschläge
zu konsultieren:
|
Frederick
S. Kaplan, M.D.
Medical Advisor, IFOPA
215-349-8727 (Work)
|
Eileen
Shore, Ph.D.
FOP Laboratory Director
University of Pennsylvania
215-898-2331
|
|
Orthopädische
Praxis
Dr. med. Heinz Unterbörsch
Friedrich-Offermann-Strasse 5
51429 Bergisch-Gladbach
Tel.: 02204-51027
Fax: 022 04-51028
|
Michael
Zasloff, M.D., Ph.D.
Scientific Advisor, IFOPA
610-941-4020
|
|
Klinikum
Garmisch-Partenkirchen
Chefarzt Dr. R. Morhart
Auenstr. 6
82467 Garmisch-Partenkirchen
Tel: +49 8821-77-1350
Fax: +49 8821-77-1079 |
|
Während
der Beurteilung eines Notfalles denken Sie an folgende
einfache Regeln:
1.
Intramuskuläre Injektionen sind generell nicht zulässig,
weil sie einen FOP-Schub verursachen können.
2.
Medikamente können, wenn nötig, sicher subcutan
oder intravenös verabreicht werden.
3.
Besondere Sorgfalt sollte darauf verwendet werden, keine
unnötigen Traumata zu erzeugen.
4.
Bitte veranlassen Sie den behandelnden Arzt, einen der
oben genannten Ärzte zur Beurteilung des Falles zu
konsultieren.
Normalweise
tragen die Betroffenen einen Notfallausweis in der Größe
eines Personalausweises mit sich. Er enthält die
wichtigsten Informationen über FOP-Betroffene sowie
die Verfahrensweise mit Gewebeproben.