Wie
FOP den Körper beeinflußt
Was
sind das für Schwellungen, die am Körper erscheinen?
Weiche
Schwellungen erscheinen spontan im Nacken- und Rückenbereich
bereits im ersten Lebensjahr. Die Schwellungen können
sehr klein oder ziemlich groß sein und über
Nacht auftauchen. Gelegentlich verschwinden die Schwellungen,
aber eher häufiger verwandeln sie sich in ein Stück
Knochen. Obwohl dieser das Aussehen eines normalen Knochens
hat - komplett mit Knochenmark -, wird er an Stellen gebildet,
wo er sich nicht ausbilden sollte, wie etwa in Muskeln,
Bändern und Sehnen. Dieser Vorgang ersetzt diese
Gewebe komplett mit Knochen. Die Schwellungen sind anfänglich
weich, oft schmerzhaft und fühlen sich warm an. Nachdem
sie zu Knochen geworden sind, hören sie auf, Schmerzen
zu verursachen, obwohl sie immer noch die Quelle von Unbehaglichkeit
aufgrund des Druckes an den betroffenen Stellen sein können.
Wenn die Schwellungen einmal zu Knochen geworden sind,
bilden sie einen Teil des Körpers und werden nicht
mehr verschwinden. Gelegentlich erscheint es so, daß
sie ihre Gestalt und Größe verändern,
etwa so wie ein knöchriger Höcker auf der Außenseite
eines gebrochenen Knochens.
Wenn
die weichen Schwellungen zum ersten Mal erscheinen, werden
sie möglicherweise nicht als FOP erkannt und diagnostiziert
und können mit Tumoren und Krebs verwechselt werden.
Oft werden von den Schwellungen Gewebeproben entnommen
und falsch diagnostiziert. Häufig führen dann
die Verletzungen durch die Biopsie zu zusätzlicher
Knochenbildung an dieser Stelle.
Welche
Teile des Körpers sind von FOP betroffen? Wie beeinflußt
FOP die Beweglichkeit?
FOP
befällt den Nacken, die Wirbelsäule, die Brust,
Schultern, Ellbogen, Handgelenke, Hüften, Knie, Fußgelenke,
Kiefer und viele Bereiche dazwischen. Das Fortschreiten
der Verknöcherung folgt einem charakteristischen
Muster. Gewöhnlich bilden sich Extraknochen im Nacken,
der Wirbelsäule und den Schultern bevor sie sich
an Ellbogen, Hüften und Knien entwickeln. Die Muskeln
des Zwerchfells, der Zunge, der Augen, des Gesichtes und
des Herzens werden charakteristischerweise ausgenommen.
Das detailliert dokumentierte und charakteristische Fortschreiten
von FOP, sowie die Bereiche, die nicht betroffen werden,
beinhalten wahrscheinlich wichtige Hinweise auf die Ursache
und Entwicklung der Krankheit.
FOP
beeinträchtigt die Beweglichkeit, weil die Körpergelenke,
wie etwa Knie und Ellbogen, die Knochen verbinden und
in der Bewegung unterstützen. Bei FOP ersetzen Extraknochen
die Bänder (die die Gelenke bedecken) genauso wie
Muskeln und Sehnen (die die Gelenke bewegen). Daraus folgt,
daß Bewegungen in Bereichen, die durch FOP beeinträchtigt
werden, schwierig oder unmöglich werden.
Weil
FOP fortschreitend die Fähigkeit zu gehen einschränkt,
wird ein FOP-Patient Rollschuhe, Spazierstock, Krücken
oder einen Rollstuhl als hilfreich empfinden. Viele Leute
mit FOP empfinden es als Erleichterung, sich mit einem
elektrischen Rollstuhl oder einem Motorroller zu bewegen.
Die IFOPA Broschüre "Aids for Independent Living"
bietet eine Vielzahl von Ideen, die Mobilität zu
unterstützen und beinhaltet Adressen, wo man mehr
Informationen über Spezialgeräte für FOP-Patienten
erhalten kann. Diese Broschüre kann man über
das IFOPA Forschungszentrum beziehen. Weitere Informationen
über hilfreiche Geräte kann man im Kapitel 13
dieses Buches "Ideen für die Unabhängigkeit"
erhalten.
Was
ist ein FOP-Schub und ist das schmerzhaft? Ist FOP immer
schmerzhaft?
Ein
Krankheitsschub findet statt, wenn der Körper anfängt
neue Knochen zu bilden. Niemand weiß, was diesen
Prozeß auslöst, aber einmal angefangen, führt
er zu Schwellungen des Gewebes und großem Unbehagen.
FOP-Schübe sind normalerweise schmerzhaft. Manchmal
fühlt sich der Patient unwohl und kann ein niedriges
Fieber bekommen. Obwohl es keine Medikation oder eine
Therapie gibt, die den Prozeß der Knochenbildung
stoppen kann, wenn sie einmal begonnen hat, kann ein Arzt
schmerzlindernde Medikamente verschreiben. Ein einzelner
Schub kann bis zu 6-8 Wochen dauern.
Allerdings
können sich überschneidende Schübe entwickeln,
während derer die Schmerzen nicht abklingen. Wenn
Ihr Kind Schmerzen hat, fragen Sie Ihren Kinderarzt nach
Medikamenten, die den Schmerz und die Entzündung
vermindern. Während eines FOP-Schubes kann es über
Nacht zu einer Gelenksteiffheit kommen. Man sollte nicht
glauben, daß ein Stück Knochen über Nacht
wachsen kann. Die Steifheit kommt von der Schwellung und
dem Druck innerhalb des Muskels während des frühen
Stadiums einer neuen Knochenbildung. Eine eher chronische
Steifheit kann aufkommen durch Druck auf einen knöchernen
Bereich oder von einer ungewohnten Schlafstellung bei
Nacht. Einige Patienten finden, daß die Benutzung
eines Wasserbettes oder einer Luftmatratze hilfreich ist.
Viele
Patienten haben bemerkt, daß FOP-Schübe bei
Erwachsenen sich von denen bei Kindern unterscheiden.
Es scheint, daß Kinder eher knotenförmige Schwellungen
haben, während es bei Erwachsenen eher flächige
Schwellungen über ganze Gliedmaße ohne Bildung
ausgeprägter Knoten sind. Obwohl diese Unterschiede
beobachtet wurden, verstehen Wissenschaftler noch nicht
den Grund für diese unterschiedlichen Krankheitsmuster.
Wenn auch ein Muster für ein spezielles Alter typisch
sein könnte, kann grundsätzlich jedes Muster
bei einem FOP-Patienten vorkommen.
Die
meisten Patienten finden, daß die Schmerzen abklingen,
wenn der Schub vorbei ist; es scheint, daß gewöhnlich
mehr der Vorgang der Extraknochenbildung an sich, als
der Knochen selbst zu Schmerzen führt. FOP ist nicht
ständig schmerzhaft.
Sind
alle Schmerzen ein Grund für ernste Sorgen? Wie weiß
man, welche Schmerzen mit FOP in Verbindung zu bringen
sind?
Auch
mit FOP kann ein Mensch noch normale Schmerzen haben.
Die beste Verhaltensweise mit FOP ist das zu tun, was
bequem ist. Manchmal ist ein Schmerz Ausdruck des Körpers,
daß wir uns überanstrengen. Mit FOP tut man
gut daran, Aktivitäten und Körperhaltungen,
die Unwohlsein verursachen, zu vermeiden. Wenn Muskeln
gestreckt werden, reagieren sie oft damit, daß sie
sich in die entgegengesetzte Richtung zusammenziehen und
damit eine Spannung im Körper erzeugen. Das ist vergleichbar
mit dem Auseinanderziehen eines Gummibandes; je mehr man
es auseinanderzieht, desto heftiger zieht es sich wieder
zusammen. Das verursacht zusätzliche Anspannung im
Körper. Man sollte also mit FOP Aktivitäten,
die Schmerzen verursachen oder möglicherweise zu
Verletzungen führen, vermeiden.
Meistens
ist es leicht, die Merkmale eines Krankheitsschubes ohne
spezielle Tests zu erkennen. Jedoch wenn es Zweifel darüber
gibt, ob der Schmerz in Bezug zu einem Krankheitsschub
steht oder eine andere Ursache hat, gibt es wissenschaftliche
Diagnosetests, die helfen können.
FOP-Schübe
führen gemeinhin zur Bildung von Extraknochen (heterotopische
Knochen). Im ersten Stadium einer krankhaften Veränderung
werden Röntgenstrahlen nur die Schwellung von weichem
Gewebe zeigen. Eine Röntgenuntersuchung zu einem
späteren Zeitpunkt könnt bereits den Knochen,
der sich geformt hat, zeigen. Eine Knochenabtastung ist
ein Test, der in den meisten Krankenhäusern gemacht
werden kann und die Bildung neuer Knochen im frühen
Stadium eines Krankheitsschubes zeigen kann.
Welche
physischen Abweichungen kann man zwischen den Betroffenen
beobachten?
Die
meisten FOP-Patienten haben ähnliche Kennzeichen,
speziell die Mißbildung der großen Zehen bei
der Geburt und die Bildung heterotopischer Knochen während
des ganzen Lebens. Jedoch existieren viele Variationen
von Person zu Person. Die größte beobachtete
Abweichung ist Zeitpunkt und Rate der Extraknochenbildung.
Zum Beispiel kann ein FOP Patient die Beweglichkeit seiner
Hüfte während seines ersten Lebensjahrzehnts
verlieren, während ein anderer seine normale Mobilität
bis ins Erwachsenenstadium behält. Eine andere Abweichung
betrifft die Stärke der Mißbildung. Zum Beispiel
kann ein Ellbogen in einer angewinkelten Position, d.h.
eine Hand dauernd vor der Brust verschränkt, fixiert
sein, während ein anderer eine gewisse Beweglichkeit
behält. Sogar das erste mögliche Anzeichen,
die Mißbildung der großen Zehen, zeigen sich
nicht immer auf die gleiche Weise. Ein sehr geringer Prozentsatz
von FOP-Patienten hat normal erscheinende Zehen bei der
Geburt, die sich bis zum 10. Lebensjahr gichtähnlich
verändern. Bei diesen Patienten sind die ersten Anzeichen
von FOP-Schwellungen weichen Gewebes, das sich in Knochen
verwandelt.
Zusammenfassend
kann man sagen, daß die häufigsten Kennzeichen
von FOP die Mißbildung der Zehen und die Bildung
heterotopischer Knochen sind. Abwandlungen können
in Art und Ausdehnung der Zehenmißbildung genauso
wie in Bezug auf die Rate und Ausdehnung der Extraknochenbildung
auftreten. Diese Unterschiede in der Extraknochenbildung
bestimmen größtenteils Zeitablauf und endgültige
Positionen der Gelenkdeformationen. Niemand ist in der
Lage, den Grund für diese Abweichungen bis ins Letzte
zu erklären.
Warum
schwellen die Gliedmaßen gelegentlich an?
Schwellungen
sind ein gemeinsames Problem aller FOP-Patienten und können
das Ergebnis verschiedener Ursachen sein. Als erstes kann
ein Körperglied aufgrund eines FOP-Schubes anschwellen.
Typisch sind knotenförmige Schwellungen der oberen
Gliedmaßen besonders während der Kindheit.
Im Gegensatz dazu betreffen die Schwellungen bei Erwachsenen
flächendeckend das ganze Körperglied. Weiter
verbreitet sind flächenartige Schwellungen in den
unteren Gliedmaßen. Obwohl dies typische Muster
sind, kann grundsätzlich jeder Typ von Schwellungen
in jedem Lebensalter auftreten.
Zweitens
kann bei FOP-Patienten die eingeschränkte Beweglichkeit
zu einem Mangel an Pumpbewegungen innerhalb des verknöchernden
Muskels dazu führen, daß sich Blut- und Gewebeflüssigkeit
in den Gliedmaßen stauen. Das Blut wird in den Muskeln
bleiben, anstatt umhergepumpt zu werden und bildet damit
die Schwellung. Drittens, neugebildete Knochen können
Venen und Lymphknoten (Kanäle, die Blut und Gewebeflüssigkeit
zum Herzen zurücktransportieren), zusammenpressen.
Der durch die Extraknochen ausgeübte Druck auf die
Gefäßkanäle kann den Fluß von Körperflüssigkeiten
behindern und Schwellungen verursachen. Die letzten beiden
Ausführungen könnten eine Erklärung für
Beispiele chronischer Schwellungen sein.
Letztlich
und weniger wahrscheinlich ist die Bildung eines Blutgerinnsels.
Obwohl ein Blutgerinnsel selten ist, ist es ein ernstliches
Problem. Um Blutgerinnsel zu vermeiden, wird empfohlen,
Stützstrümpfe zu tragen und den Arzt bestimmen
zu lassen, ob Aspirin oder ein stärkeres Blutverdünnungsmittel
einzunehmen ist. Wenn die Ursache der Schwellung unklar
ist, können spezielle Untersuchungsverfahren - wie
etwa Knochenabtastung, Ultraschall, CT oder MRI-Abtastung
- notwendig sein, um die Ursache der Schwellung zu bestimmen,
um eine spezifische Behandlung zu verordnen.
Wird
ein FOP-Patient essen können, wenn der Kiefer versteift?
Extraknochen
können sich in der Nähe des Kiefers bilden und
das Kauen oder die Nahrungsaufnahme über den Mund
erschweren. Viele Patienten mit unbeweglichem Kiefer können
dennoch Nahrung essen, die in kleine Stücke geschnitten
wird, wie etwa Fleisch, Brot, gekochtes Gemüse, etc.
.... Weiche Nahrung (z.B.: Nudeln und Stampfkartoffeln)
sind ebenfalls leicht zu essen. Andere wiederum können
dennoch alles essen, was sie essen wollen. Nancy Sando,
ein Mitglied der IFOPA, hat ein spezielles Rezeptbuch
mit Namen "Whipping a Whopper" geschrieben, das kreative
Hinweise zur Nahrungszusammenstellung enthält.
Manchmal
kann ein FOP-Schub im Kiefer oder Kinnbereich das Essen
schwierig machen oder aber das Essen kann den Schub verschlimmern.
In diesen Fällen benötigt ein FOP-Patient speziellen
kalorienreichen Nahrungsersatz, um das Körpergewicht
zu halten. In extremen Fällen von Kieferblockade
kann sich ein FOP-Patient durch einen Kieferorthopäden
beraten lassen, ob ein Verfahren namens "Enameloplastie"
von Nutzen wäre. Enameloplastie ist ein schmerzloses
Verfahren, bei dem ein sehr kleines Stück des Zahnschmelzes
entfernt wird, um eine etwas größere Öffnung
des Kiefers zu ermöglichen.
!
Eine deutsche Ausgabe wird in kurzer Zeit erscheinen.
Wieso
kommt es bei FOP-Patienten zu Rückgrat-verkrümmungen?
Was sollte diesbezüglich getan werden?
Bei
FOP-Patienten kann es als Ergebnis asymmetrischer heterotopischer
Knochenbildungen des Rückgrats zur Rückgratverkrümmung
kommen. Wenn eine Seite des Körpers mehr eingeschränkt
ist als die andere, ergibt sich aus dem daraus resultierenden
ungleichen Wachstum eine Rückgratverkrümmung.
Wenn dies passiert, dann normalerweise in einem frühen
Lebensstadium. Es ist weniger wahrscheinlich, daß
es sich bei Jugendlichen oder Erwachsenen entwickelt,
obwohl es sich, wenn es zu dieser Zeit schon vorhanden
ist, sehr schnell fortentwickeln kann. Nachdem sich knöcherne
Brücken gebildet haben, schränken diese das
Skelettwachstum ein, während der übrige Körper
normal weiterwächst. Medizinische Eingriffe werden
nicht empfohlen, weil sie das Problem nicht erfolgreich
korrigieren und häufig zu ernsten Komplikationen,
wie FOP-Schüben in anderen Bereichen, führen.
Gibt
es einen Zusammenhang zwischen FOP und Schwerhörigkeit?
Gehörverlust
bei FOP wurde als unbeständiges Merkmal beschrieben.
102 FOP- Patienten wurden über Fragebogen untersucht,
um Wesen und Abhängigkeit von Hörstörungen
in Bezug zu FOP zu bestimmen. 54 Fragebogen wurden vollständig
beantwortet (53%). Von den Antworten berichteten 26 (48%)
von keinen Gehörproblemen, während 28 (52%)
Gehörprobleme haben. Von diesen (28) waren 6 männliche
und 22 weibliche Patienten. Bei 19 Patienten trat Gehörverlust
auf beiden Ohren auf. Die meisten Patienten berichteten
über einen leitfähigen Gehörverlust, aber
es gab mehrere dokumentierte Fälle von Gehörverlust
durch die Beteiligung von Nerven, die verantwortlich für
die Leitung des Schalles zum Gehirn sind. 6 Patienten
trugen Hörgeräte und diese berichteten über
eine Verbesserung des Gehörs durch diese Geräte.
2 Patienten glaubten, daß ihr Gehörverlust
mit einem FOP-Schub in den Kiefern zusammenhing. Obwohl
es keinen direkten Zusammenhang zwischen Gehörverlust
bei FOP-Patienten und Gehörinfektionen während
der Kindheit gab, ist es wichtig daran zu denken, daß
alle Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit Gehörinfektionen
haben können, die das Hören beeinflussen. Deshalb
ist es wichtig, daß Ohrenschmerzen und andere Gehörprobleme
bei Kindern mit FOP umgehend bewertet und behandelt werden,
denn Gehörverlust aufgrund von Gehörinfektionen
ist bei allen Kindern ein verhinderbares Problem. Gehörverlust
tritt bei einer beträchtlichen Anzahl von FOP-Patienten
auf. Es wird empfohlen, regelmäßig Hörtests
durchzuführen.
Sind
Schwellungen unterhalb des Kinns mit FOP in Bezug zu bringen?
Ein
FOP-Schub kann gelegentlich unterhalb des Kinns stattfinden.
Dieser Fall kann bei ca. 10% der FOP-Patienten auftreten.
Diese Schwellung kann mit einer allergischen Reaktion,
einem Abszeß oder Mumps verwechselt werden. Sie
drückt auf die Zungenwurzel und macht es manchmal
schwierig zu schlucken. Sie sollte nicht manipuliert werden,
weil das mehr Schwellungen verursachen könnte. Manchmal
verursacht diese Art von Schub Atembeschwerden, speziell
bei Nacht. Vorsichtsmaßnahmen wie Erhöhung
des Kopfteils beim Bett oder Beobachtung könnten
nötig sein. Eine kurzfristige Anwendung von Kortison
könnten hilfreich sein. Kortison sollte nur für
wenige Wochen, solange bis die Schwellung zurückgeht,
benutzt werden. Diese Medikation ist bei anderen Arten
von FOP-Schüben generell nicht hilfreich und Kortison
sollte nicht auf täglicher Basis benutzt werden,
weil es Krankheitsschübe nicht verhindert.
Wenn
sich bei einem FOP-Patienten eine Schwellung unterhalb
des Kinns bildet, sollte ein Arzt konsultiert werden,
um durch Verordnung von Kortison die Schwellung zu vermindern.
Nach Verschwinden der Schwellung haben die Patienten manchmal
einen kleinen Knochenknoten unterhalb des Kinns.
Wie
jeder FOP-Schub muß die Schwellung unterhalb des
Kinns nicht zwangsläufig eine größere
Gefahr für die Gesundheit darstellen. Mehrere Patienten
haben unterhalb des Kinns einen harten Kloß bemerkt,
von dem sie glaubten, daß er durch FOP bedingt war;
jedoch hat dies keinerlei Gesundheitsprobleme verursacht.
Deshalb ist es das Beste, wie bei jedem FOP-Schub, man
läßt einen Arzt bewerten, ob es zu einer ernsten
Gesundheitsgefährdung kommen könnte.
Fühlt
sich FOP immer gleich an? Hat das Wetter irgendeinen Einfluß
?
Das
Wetter kann die Tagesform jedes Einzelnen beeinflussen.
Manche Leute fühlen sich nicht wohl, wenn es kalt
oder feucht ist. Andere fühlen sich eher unwohl wenn
es heiß ist. Noch andere bemerken keinen Unterschied
bei Wetter- oder Jahreszeitenwechsel. FOP-Patienten scheinen
da keine Ausnahme zu machen.
Wie
groß ist die Lebenserwartung von FOP-Patienten?
FOP-Patienten
können lange leben. Viele sind abgesehen von FOP
bei guter Gesundheit. Atemschwierigkeiten durch Knochenbänder,
die die Brust umfassen und unbeweglich machen oder schwere
Unterernährung aufgrund von Problemen beim Essen
können die Lebenserwartung begrenzen. Jedoch die
meisten FOP-Patienten erleben das Erwachsenenstadium.
Es gibt bereits Erwachsene, die jetzt 50, 60 und über
70 Jahre alt sind.
Wissenschaftler
der Universität von Pennsylvania haben Studien zur
Untersuchung möglicher Herzfunktionsstörungen
bei FOP-Patienten begonnen. Extraknochen können zusätzlichen
Streß auf den Körper ausüben, z. B. es
schwerer machen zu atmen, wenn man eine Erkältung
oder Grippe hat. Alle Infektionen bei FOP-Patienten, speziell
der Atemwege, sollten aggressiv mit Antibiotika bekämpft
werden, sobald die ersten Anzeichen auftauchen.
Gibt
es Aussagen über Herzstörungen bei FOP-Patienten?
Extraknochenbildung
in der Brustregion bei FOP-Patienten begrenzen die Fähigkeit
der Brustwand sich beim Atmen auszudehnen. Es wird angenommen,
daß Lungenkomplikationen eine Rolle bei der verkürzten
Lebenserwartung bei FOP-Patienten spielen. Obwohl eine
zusätzliche Beeinträchtigung des Herzens als
Langzeitergebnis der sehr einschränkenden Behinderung
des Brustkorbes zu erwarten wäre, gibt es keinen
Beweis für eine sich dadurch bildende Herzstörung
bei FOP-Patienten. Um genauere Erkenntnisse darüber
zu gewinnen, nahmen 25 FOP-Patienten im Alter zwischen
5 und 55 Jahren freiwillig an einer Studie anläßlich
des 2. Internationalen FOP-Symposiums teil. Krankengeschichte,
physikalische Untersuchungen, Lungenfunktion, EKG und
Echokardiogramm (Ultraschall) wurden an jedem Patienten
bewertet. Obwohl es starke Einschränkungen bei der
Ausdehnung des Brustkorbes gab, schienen der Zustand von
Herz und Lungen normal zu sein. Es gab keinen Hinweis
auf einen Herzfehler bei irgendeinem Patienten.
Zehn
der Patienten hatten geringe Anzeichen von EKG-Abweichungen,
die auf zusätzliche Belastung der rechten Herzhälfte
(Teil der Herzkammer, der Blut in die Lungen pumpt) hinweisen.
Nur einer dieser zehn Patienten war unter 13 Jahre alt.
Alle Patienten litten unter extremer Einschränkung
der Brustkorbausdehnung, und die Lungenkapazität
war stark eingeschränkt. Jedoch war trotz der Tatsachen,
daß die Luftmenge stark reduziert war, der Luftdurchsatz
der Lungen relativ normal. Trotz der eingeschränkten
Fähigkeit der Lungen, Sauerstoff zu transportieren,
war das Blut mit Sauerstoff gut gesättigt. Die einzigen
Abweichungen, die anhand des EKG zu erkennen waren, waren
Anzeichen zusätzlicher Belastungen der rechten Herzhälfte.
Diese
Patienten waren im Allgemeinen älter und litten deutlich
länger an FOP-Symtomen, als diejenigen, die keine
EKG-Abweichungen hatten. Das Vorhandensein von Wirbelsäulenverkrümmungen
oder nicht hat keinen erkennbaren Einfluß auf das
Vorhandensein von EKG-Abweichungen.